Accelerated Mobile Pages von Google

Google-Turbo für mobile Websites

Weniger Daten, kürzere Ladezeiten, geringere Absprungraten – Google beschleunigt mit Accelerated Mobile Pages (AMP) das mobile Web. Grundlage dafür ist die im Februar 2016 veröffentlichte und eigens entwickelte Programmiersprache AMP HTML. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Website-Turbo.


Bis zu 85% schnellere Website-Darstellung

Experten-Schätzungen zufolge werden AMP-basierte Websites bis zu 85% schneller dargestellt als herkömmliche HTML-Seiten. Der Grund: Es werden zuerst nur die Inhalte geladen, die für den Betrachter sofort sichtbar sind – die restlichen werden erst nach und nach während des Konsums übertragen. Verantwortlich dafür ist eine Google-eigene Bibliothek namens AMP JS, die den asynchronen Ladevorgang externer Daten steuert. Zudem bietet Google einen Caching-Service an, der den Code komprimiert und so die Ladezeit zusätzlich verringert. Neben dem ohnehin schon hohen Pagespeed (Ladezeit) profitieren Websites im AMP-Format noch zusätzlich: In der mobilen Suche werden sie prominent in einem Karussell oberhalb der regulären Ergebnisse mit einem Blitzsymbol angezeigt. Laut Google ist AMP im Moment da, wo Responsive Design vor einigen Jahren war. Website-Betreiber, die in Zukunft eine schnelle mobile Website haben wollen, sollten Ihren Code mit AMP optimieren.

Reduzierte Elemente für minimierte Ladezeiten

Google nutzt diverse technische Finessen, um mobile Websites effizient zu beschleunigen. Alle zielen dabei auf die Reduzierung von Elementen und Restriktionen bei der Verwendung von HTML und JavaScript ab, um HTTP-Anfragen und somit auch Ladezeiten zu minimieren.

So funktionieren Accelerated Mobile Pages:

  • JavaScript wird nur in iFrames zugelassen
  • externe Ressourcen übergeben zuerst Informationen über die tatsächliche Mediengröße und werden erst dann geladen
  • Extensions wie iFrames, eingebettete Instagram-Elemente oder Tweets werden asynchron im Hintergrund geladen
  • CSS-Angaben müssen inline erfolgen – außerdem ist das Datenvolumen auf 50 KBytes beschränkt
  • WebFonts werden bevorzugt geladen – Style-Neuberechnungen finden nur einmalig statt
  • Animationen werden nur von der GPU berechnet
  • Inhalte werden bereits geladen, bevor der Nutzer zur Seite surft

Ist AMP vergleichbar mit Facebook Instant Articles?

Mit Facebook Instant Articles bietet das soziale Netzwerk eine ähnliche Plattform für Inhalte. Geht der Konkurrenzkampf jetzt also in die nächste Runde? Wohl eher nicht, denn mit Facebook Instant Articles können Medieninhalte der eigenen Website nur direkt über das soziale Netzwerk ausgespielt werden. Nutzer, die diese Inhalte komplett lesen wollen, werden nicht mehr auf die Website des Publishers weitergeleitet, sondern verbleiben auf dem sozialen Netzwerk.

Auch hier dreht sich alles um kürzere Ladezeiten und die Aufmerksamkeit der Nutzer – und natürlich um Umsätze aus begleitender Werbung. Während man bei Facebook allerdings eine Partnerschaft eingehen muss, verfolgt Google mit AMP einen reinen Open Source-Ansatz: Quellcode, Dokumentation und Codebeispiele sind frei verfügbar. Im Gegensatz zu Facebook Instant Articles verbleibt der Publisher zudem im Besitz der Inhalte auf seinem Server. Google übernimmt lediglich das Caching. Da sich dadurch die Nutzungssituation erheblich unterscheidet, werden beide Formate in Zukunft wohl friedlich nebeneinander koexistieren können.

Wer braucht Accelerated Mobile Pages?

AMP eignet sich für alle Unternehmen, Marken, Verlage oder Online-Shops, die über die mobile Suche von Google möglichst gut gefunden werden und Ihre Inhalte schnell verfügbar machen wollen. Derzeit ist das Thema besonders bei News-Publishern hoch aktuell. Die Unterstützung zur Monetarisierung ist in Form von Google AdSense, Doubleclick und weiteren Werbeplattformen namhafter Unternehmen auch schon vorhanden.

Besonders im E-Commerce-Bereich werden durch AMP beschleunigte Websites immer wichtiger. Denn Kunden shoppen online vermehrt mit dem Smartphone oder Tablet. Weil dabei die Absprungrate bei zu langen Ladezeiten auf bis zu 58% steigen kann, sind schnell ladende Seiten einer der wichtigsten Faktoren für die Konversionsrate – und somit auch für den gesamten Umsatz eines Online-Shops.

Technische Möglichkeiten sind leider noch begrenzt

Dank der quelloffenen Google-Technik kann theoretisch jeder AMP-Websites umsetzen. Für das Content Management System Wordpress gibt es mittlerweile sogar spezielle Plug-ins. Die technischen Möglichkeiten sind bei komplexen und anspruchsvollen Projekten allerdings noch begrenzt. AMP-basierte Websites sind aktuell noch sehr schlicht gestaltet. Es wird sich erst zeigen müssen, ob auch optisch anspruchsvolle Projekte durch die Technik auf Geschwindigkeit optimierbar sind.

Eins ist aber sicher: Beim Marketing bietet eine auf Geschwindigkeit optimierte Website nur Vorteile. Denn hier fällt eine zu lange Ladezeit negativ auf das Image des Unternehmens zurück. Der Besucher – und damit auch der potenzielle Kunde – wendet sich wahrscheinlich enttäuscht ab und ist für immer verloren. Eine ernstzunehmende Unternehmens-Website sollte also neben relevanten Inhalten auch immer über die entsprechende Performance verfügen – egal, welche Technik dabei im Hintergrund arbeitet.

Sie wollen sich über die Möglichkeiten informieren, die Ihnen eine technisch aktuelle Website bieten kann? Dann kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie gerne persönlich.

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Ulli Eiden


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